Straßennamen

Soldiner Kiez. Straßennamen – ihre Herkunft und Bedeutung

Auf Grundlage der Angaben in
Joop, Heidrun (1987): Berliner Straßen. Beispiel Wedding. Berlin: Edition Hentrich (Stätten der Geschichte Berlins, 21).  Ergänzt und aktualisiert anhand von Daten aus Wikipedia, insbesondere http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Straßen_und_Plätze_in_Berlin-Gesundbrunnen von Fritz.

Biesentaler Straße
Am 15.10.1873 nach Biesental, einem Ort an der Eisenbahnlinie Berlin – Stettin benannt, heute Biesenthal (http://de.wikipedia.org/wiki/Biesenthal) im Landkreis Barnim in Brandenburg. Der vorherige Name war „Straße 84, Abt. X/2“ des Bebauungsplans.

Fordoner Straße
Am 09.08.1929 benannt nach der Stadt Fordon in der früheren Provinz Posen in Westpreußen, die 1918 an Polen abgetreten wurde. Fordon (http://de.wikipedia.org/wiki/Fordon) ist heute mit 76.800 Einwohnern der größte Stadtteil von Bydgoszcz (sprich: Bedgoschtsch; vormals Bromberg) in der Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie, Polen. Der vorherige Name war „Straße 69“ des Bebauungsplans.

Freienwalder Straße
Am 10.03.1873 benannt nach Bad Freienwalde. Der vorherige Name war „Straße 83, Abt. X/2“ des Bebauungsplans. Bad Freienwalde (http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Freienwalde_%28Oder%29) liegt heute im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg.

Gotenburger Straße
Am 12.02.1898 benannt nach Göteborg (veraltet Gotenburg). Der vorherige Name war „Straße 68a, Abt. X/2“ des Bebauungsplans. Ihre alte Schreibweise war Gothenburger Straße. Göteborg (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6teborg) ist eine Großstadt in der schwedischen Provinz Västra Götalands län und den historischen Provinzen Västergötland und Bohuslän.

Grüntaler Straße
Zuerst als „Straße 75, Abt. X/2“ des Bebauungsplans erwähnt, wurde die Straße seit Mitte des 19. Jahrhunderts „Communicationsweg an der Stettiner Bahn“ genannt. Am 18.11.1873 erhielt sie den Namen „Völkerstraße“ und wurde am 01.06.1910 umgetauft in „Grüntaler Straße“. Grüntal ist ein Dorf im Kreis Eberswalde, nahe der Stettiner Bahn gelegen. Vermutlich sollte der Besitzer des Gutes Grüntal geehrt werden, der Ländereien für den Bau der Berlin-Stettiner Bahn zur Verfügung gestellt hatte. Heute ist Grüntal (http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCntal_%28Sydower_Flie%C3%9F%29) ein Teil der Gemeinde Sydower Fließ im Amt Biesenthal-Barnim, Landkreis Barnim, Bundesland Brandenburg.

Heubuder Straße
Am 09.08.1929 nach Heubude, einem Stadtteil von Gdańsk (sprich: Gdanjsk; vormals Danzig) benannt. Heubude liegt an der Ostsee und heißt heute Stogi (http://pl.wikipedia.org/wiki/Stogi_%28Gda%C5%84sk%29). Der vorherige Name war „Straße 69f“ des Bebauungsplans.

Koloniestraße
Der Straßenzug, der früher Schönholzer Weg hieß, bestand schon um 1800, als dieses Gebiet noch kaum besiedelt war. Die „Koloniestraße“ wurde nach den im Norden Berlins angelegten „Kolonien“ benannt: zur Versorgung Berlins wurden unter Friedrich II. (Preußen) planmäßig bäuerliche Siedlungen am Rande der Stadt angelegt. So entstand ab 1752 im heutigen Ortsteil Wedding die Kolonie „Neues Voigtland“, und zwischen 1782 und 1784 ist die erste Niederlassung eines Kolonisten in der „Kolonie hinter dem Louisenbade“ nachweisbar. Die Gegend um die Koloniestraße (http://de.wikipedia.org/wiki/Koloniestra%C3%9Fe) bildete bis zur Bildung von Groß-Berlin im Jahre 1920 das nördlichste Stadtviertel von Berlin. Ihre Bebauung stammt überwiegend aus der Vorkriegszeit und umfasst mehrere denkmalgeschützte Gebäude. In der Koloniestraße 57 steht ein Kolonistenwohnhaus aus dem Jahr 1782, das als ältestes erhaltenes Gebäude des Ortsteils Gesundbrunnen und einzig übriggebliebenes der „Kolonie hinter dem Louisenbade“ unter Denkmalschutz steht. Das 1873 erbaute Wohnhaus Koloniestraße 116 mit einer klassizistischen Fassade ist ebenfalls eines der ältesten Häuser des Ortsteils und denkmalgeschützt. Die Häuser Koloniestraße 44, 44A, 45 und 46 sind Bestandteil der denkmalgeschützten Wohnanlage Fordoner Straße, die exemplarisch für die fortschrittliche Mietshausarchitektur im Berlin der 1920er-Jahre steht.

Prinzenallee
Auf einer Karte von 1857 ist die Straße bereits namentlich als Prinzenallee eingezeichnet. Sie wurde nach dem „Prinzenweg“ benannt, den preußische Prinzen einstmals vom Kaninchen- und Hühnergarten im Wedding zum Schloss Schönhausen (http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sch%C3%B6nhausen) im heutigen Pankow genommen hatten. Der Weg verlief parallel zur Panke entlang der heutigen Prinzenallee, übergehend in die Wollankstraße, bis zum heutigen Bürgerpark Pankow. Der Kaninchengarten lag südlich der heutigen Prinzenallee; über das Terrain verlaufen heute Bellermann-, Stettiner- und Grüntaler Straße. Friedrich I. ließ um 1712 das Wildgehege für den Kronprinzen (den späteren Friedrich Wilhelm I.) als ‚Jagdplaisier‘ anlegen und dort Fasane, Rebhühner, Hasen und Kaninchen aussetzen. Das Gehege bestand allerdings nur wenige Jahre. In der Prinzenallee 75–79/80 liegt die unter Denkmalschutz gestellte ehemalige Malzbierbrauerei Groterjan (1880 gegründet), die vom Architekten Bruno Buch geplant wurde und hier von 1929 bis 1979 in Betrieb war. Bis auf die ehemalige Flaschen-Abfüllanlage wurden 1980 die rückwärtigen Teile der Brauerei abgerissen.

Soldiner Straße
Der vorherige Name war „Straße 80, Abt. X/2“ des Bebauungsplans. Am 10.03.1873 erhielt die Soldiner Straße (http://de.wikipedia.org/wiki/Soldiner_Stra%C3%9Fe) ihren Namen durch Allerhöchste Kabinetts-Order nach der Stadt Soldin, die bis 1945 in der Neumark lag. Heute heisst Soldin jedoch Myślibórz (sprich: Meechlibusch) und ist eine polnische Kreisstadt im Südwesten der Woiwodschaft Zachodniopomorskiego (Westpommern) in Polen (http://de.wikipedia.org/wiki/My%C5%9Blib%C3%B3rz).

Stockholmer Straße
Die Straße wurde am 07.06.1896 nach Stockholm (http://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm), der Hauptstadt von Schweden, benannt. Der vorherige Name war „Straße 69, Abt. X/2“ des Bebauungsplans.

Wollankstraße
Benannt nach Friedrich Adolph Wollank (1833–1877), Jurist, Gutsbesitzer und Kommunalpolitiker. Die vorherigen Namen waren Prinzenweg (um 1703 bis vor 1877) und Prinzenstraße (vor 1877 bis um 1882). Ein Teil der Straße verläuft in Pankow.

Wriezener Straße
Am 10.03.1873 durch Allerhöchste Kabinetts-Order nach der Stadt Wriezen (http://de.wikipedia.org/wiki/Wriezen) im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland benannt. Der vorherige Name war „Straße 81, Abt. X/2“ des Bebauungsplans.

Zechliner Straße
Benannt nach dem Dorf Zechlin (http://de.wikipedia.org/wiki/Dorf_Zechlin) und Flecken Zechlin (http://de.wikipedia.org/wiki/Flecken_Zechlin), beides Ortsteile der brandenburgischen Stadt Rheinsberg im Kreis Ostprignitz-Ruppin. Der vorherige Name war „Straße 80a, Abt. X/2“ des Bebauungsplans.