Sozialstruktur des Kiezes

SOZIALSTRUKTUR DES KIEZES

Die folgenden Statistiken wurden für die Entwicklung und Konzipierung jedes Moduls des Projektes berücksichtigt.

Daten aus: IHEK 2012, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2009, Senatsverwaltung für Bildung Wissenschaft und Forschung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat Soziale Stadt IV B, Stand 2008/09, INSEK, In den Strassen des Soldiner Kiezes, AG Kiezforschung, Verlag an der Spree, 2005

Bewohner/innenstruktur

– 21,5% Junge Wohnbevölkerung (unter 18-Jährigen) unverändert (Berlin: 14,7 %)

– 61,3 % Bewohner/innen ohne deutschen Pass (bei unter 6 Jährigen sind es 77,6%), 39,4 % aus der Türkei, 14 % aus dem ehemaligen Jugoslawien, 8,6 % aus Polen.

– 9/10 Schulkindern stammen nicht aus Deutschland

Beschäftigung/Qualifizierung

– 17,2 % Arbeitslosigkeit der 15-65-Jährigen (Berlin 9,4 %)

– 10,2 % Jugendarbeitslosigkeit (Berlin 5,8 %)

– 5,9 % Langzeitarbeitslosenquote (Berlin 3,4 %)

– 28,2% Rentner

– 46,9% Sozialleistungsempfänger

– 30,6 % Existenzsicherungsleistungsempfänger (Berlin 13,8 %),

– 70,9 % Kinderarmut (unter 15 J.) (Berlin 37,4 %)

– 10,2 % Altersarmut

Repräsentation

– 28,4% Einwohner über 18 Jahre sind bei Komunalwahlen nicht repräsentiert

– 22,1% mit Kommunalpolitik zufrieden (Nov. 2003)

Vertrauen der Bevölkerung in:

– Bürgermeister 45,4%

– Abgeordnetenhaus 33,6%

– Stadtverwaltung 32,4%

– Parteien 29,3%

– Bezirkspolitiker 26%

– der Meinung dass Wedding im Vergleich zur anderen Stadtteilen vernachlässigt wird, sind: 59,1%

– der Meinung dass sich Niemand, um die wichtigsten Probleme des Stadtteils kümmert: 53,2%

Familienstand:

– verwitwet 14%

– verheiratet 34,9%

– ledig 38,9%

– Haushalte mit Kindern 36,8%

– Alleinerziehende Mütter/Väter 16,3%

Nach beruflicher Stellung:

– Arbeiter 7,7%

– Angestellte 26,2%

– Beamte 3,4%

– Selbständig 3,8%

– Hausfrauen 3,2%

– Studenten 9,8%

– Arbeitslose 5,8%

– Erwerbstätige: 42,3%

Nach Bildungsabschlüssen:

– Hauptschule 29,2%

– Realschule 31%

– Abitur 38,2%

SONSTIGE :

– Unter den deutschen Bewohner gibt es mehr Studenten als Arbeiter

– leichte Bevölkerungszugewinne (1,6%), im Vergleich zum Vorjahr; die Abwanderung von Familien mit unter 6-Jährigen Kindern ist leicht angestiegen.

– Der Anteil an Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache beträgt in der ersten Klasse der im Gebiet ansässigen Grundschulen 80,8 %, durchschnittlich 82 % der Erstklässler sind von einer Zuzahlungen für Lernmittel befreit.

– Die Anzahl der Bezieher/innen von Transfereinkommen ist im Vergleich zu Vorjahr leicht gestiegen auf 46,9% und liegt über dem Berlindurchschnitt von 14,6 %.

Kaufkraft

– Die Kaufkraft der Einwohner/innen wurde in einer Erhebung des Jahres 2008 mit 15.026 €/Jahr beziffert (Mittel aller QMGebiete 14.624 €, Gesamtberlin 16.908 €).

Die Schuldnerquote betrug im QM-Gebiet knapp 31,7 %

(Mittel aller QM Berlin, 23,6 %, Gesamtberlin 14 %).

Wirtschaftsförderung/Stadtteilökonomie

– Kleinmaßstablicher Standort in verdichtetem, städtischem Gefüge.

– Kleinteiliges Gewerbe, v. a. Einzelhändler und personenorientierte Dienstleister (meistens Familienbetriebe) im ethnischen Gewerbe.

– Einfache Gastronomie, Vereinscafés, Spätkaufläden, Backwarenshops und Imbisse, Wettbüros und Spielhallen.

– Die Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen (Soldiner Straße, Wollankstraße, Prinzenallee) sind für den täglichen Bedarf vorhanden. Außerdem gibt es ethnisch spezialisierte Einzelhandel.

– Kulturwirtschaftliches Innovationszentrum „Christiania“ an der Osloer Str. / Ecke Prinzenallee.


Bildung
– Insgesamt stehen 1074 auf 11 Kitas verteilte Betreuungsplätze für Babys und Kinder zur Verfügung, zwei weitere Kitas haben 2011 eröffnet.

– Zwei verlässliche Halbtagsgrundschulen mit offenem Ganztagsbetrieb und Hortangebot, eine davon mit Montessori- Zweig, eine gebundene Ganztagsgrundschule mit Kunstbetonung.

– Förderzentrum Wilhelm Busch mit dem Schwerpunkt berufsorientiertes Lernen, Jean-Paul Grundschule für Kinder, die besonderer Unterstützung bedürfen, im selben Gebäude.

– Oberstufenzentrum für „Kommunikations-, Informations- und Medientechnik“ (OSZ KIM)

– Zwei außerbetriebliche Ausbildungsbetriebe, die Jugendlichen ohne Schulabschluss die Möglichkeit eröffnen, eine Berufausbildung zu absolvieren.

– Bibliothek am Luisenbad mit seit 2009 integrierter Kinder und Jugendbibliothek fußläufig erreichbar

– Medienhof Prinzenallee soziale und kulturelle Infrastruktur

– Stadtteilzentrum „Fabrik Osloer Straße“ mit Veranstaltung und Proberäumen, NachbarschaftsEtage inkl. Café, Gästeetage, Werkstätten und dem Kindermuseum Labyrinth

– Familienzentrum „Panke-Haus“
– Stadtteiltreff „Frisbee“ und Kinderclub mit Nachmittagsbetreuung für Kinder

– betreuter Abenteuerspielplatz an der Panke

– Interkulturelles Zentrum für Mädchen und junge Frauen MÄDEA außerhalb des Gebietes, aber fussläufig erreichbar

– zwei Jugendfreizeiteinrichtungen

– zwei Sportanlagen und ein Sportverein (SV Nord Wedding 1803 e. V.)

– zwei staatliche und ein privat geführtes Seniorenheim

– Bürgervereine Soldiner Kiez e.V., Panke info e.V., Selbsthilfevereine

– mehrere kostenlose Beratungsstellen, z.B. Lotsenprojekt „Die Brücke“, Bürgerladen Haci Bayram, „Menschen helfen Menschen“ e.V., Rechts- und Schuldenberatungen, Drogenberatung, Beratung zum Spracherwerb

– mehrere nicht-religiöse Migrant/innenvereine (Oda Shqiptare e.V., Al Dar e.V., Bahadin e.V., Afrikanische Gemeinde)

– eine evangelische Gemeinde und sieben Moscheevereine

– Umnutzung der Stephanuskirche als „Medienkirche“

– Projektraumverbund „Kolonie Wedding“ mit 32 Räumen

– Ballhaus Glaskasten mit Veranstaltungsräumen

– Umnutzung der Alten Feuerwache Stockholmer Straße als Atelierhaus

In der Bezirksregion Osloer Straße, die sowohl das QMGebiet Soldiner Straße als auch den Planungsraum Gesundbrunnen umfasst, beträgt der Grad der Versorgung mit Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen 49% (bezogen auf den Richtwert von 11,4 % der 6 – 24-Jährigen, für die ein Platz in einer Kinder- bzw. Jugendfreizeiteinrichtung vorgehalten werden sollte).Jugendamt Mitte, Materialsammlung 2009.