Arbeitstisch

Interner Arbeitstisch – Auswertung des Prozesses – Diskussionsrunde

kkn-arbeitstisch_IMG_3705_b_lowWorkshopleitung: Juan Pablo Díaz, Fritz Schlüter
17.09.2013 (17:00 – 21:00) Ort: okk/raum29 in der Prinzenallee 29
Anwesend: Thomas Brauckmann, Juan Pablo Díaz Moreno, Pablo Hermann, Kerstin Kaie, Brigitte Luedecke, Katja Niggemeyer, Stefan Höppe, Diana Schaal, Fritz Schlüter, Susanne Schultze-Jungheim.
Protokollant: Fritz Schlüter
kkn-arbeitstisch_IMG_3707_lowProjektbericht
• Aktueller Kurzbericht zum Projekt (Juan und Pablo)
• Präsentation des Prototyps der Kiezkarte.
• Viele positive Rückmeldungen zur Gestaltung und zum Inhalt (Interviews, historische Punkte, Geschäfte, Soundscapes etc.)
• Thomas schlägt vor, die Präsentation abzukürzen, in die Feedback-Runde einzusteigen, und den Tag der Offenen Tür zu planen
• Diana zufolge solle am Tag der Offenen Tür unbedingt die Karte vorgestellt werden, sodass Kiezbewohner_innen sie bereits ausprobieren und kennenlernen können
• Juan Pablo und Pablo betonen auf Nachfrage, dass die Interviews, die in der Karte zu sehen sein werden, sowohl mit ausgewählten Kiez-Akteur_innen (kulturelle Akteur_innen, Vereine, Organisationen) als auch mit „normalen“ Bewohner_innen des Kiezes geführt wurden; letztere wurden entsprechend der hiesigen Sozialstruktur (Altersstufen, Statusgruppen, ethnischer Zugehörigkeit etc.) ausgewählt, um eine gewisse Repräsentativität der Interviews zu gewährleisten
• Fritz erläutert auf Nachfrage, dass es sich bei den „Soundscapes“ auf der Karte sowohl um eine Auswahl von „Field Recordings“ (d.h. Tonaufnahmen der akustischen Atmosphäre bestimmter Orte im Kiez) handele, aber auch um Interviews
• Juan erwähnt, dass zur Zeit lediglich der Prototyp der Karte online sei, die Veröffentlichung der finalen Form erfolge demnächst
• Katja plädiert für eine Erweiterung der Rubriken, die auf der Karte angewählt werden können, etwa um die Kategorien „Beherbergung“ und „Sehenswürdigkeit“; Brigitte würde die Rubrik „Lebensmittel“ vorschlagen; Stefan stimmt ihr zu, ihm zufolge sind große Lebensmittelgeschäfte tatsächlich wichtige Punkte im Kiez, wohingegen er „Kolonie Wedding“ für keine gute Kategorie halte
• Fritz schlägt vor, die Redaktion der Karte, die derzeit Juan Pablo allein obliegt, zu institutionalisieren, sodass sie auch in den kommenden Jahren aktualisiert weiter genutzt werden kann; Juan stimmt grundsätzlich zu, gibt aber zu bedenken, dass es ein Erfahrungswert sei, nicht mehr als ein oder zwei Administrator_innen volle Zugriffsrechte auf eine Webseite zu geben, sonst drohe ein Kuddelmuddel
• Katja bemängelt, dass beim Prototyp bislang die Logoleiste fehle; für die vorgeschlagene Institutionalisierung der Redaktion biete sich das Quartiersmanagement an, da es bis 2020 laufe

kkn-arbeitstisch_IMG_3708_lowArbeitstisch
• Alle Anwesenden versammeln sich um die Arbeitstische, auf denen – thematisch geordnet – Rechercheergebnisse, Dokumentationen und Materialien aus verschiedenen Workshops und Veranstaltungen ausgebreitet sind
• Pablo gibt einen Überblick über seine Recherche zum „Roten Wedding“, die im Ergebnis u.a. eine Zeitleiste bis zurück zur Erstbesiedlung, zu den „Rehbergen“ um 1850 sowie zur Industrialisierung umfasst
• Juan präsentiert eine Auswahl von Photos, die den Kiez „Gestern“ und „Heute“ vergleichbar machen sollen; dazu hat er aktuell und aus dem gleichen Blickwinkel Aufnahmen von verschiedenen Orten gemacht, von denen bereits historische Aufnahmen existieren; diese Gegenüberstellungen sollen auch auf der Karte zu sehen sein
• Fritz zeigt Lärmkarten vom Soldiner Kiez, die den akustischen Einfluss von Hauptverkehrsstraßen wie Osloer Straße und Koloniestraße sowie des Flughafens Tegel sichtbar machen
• Juan stellt anhand verschiedener Materialien die in den vergangenen anderthalb Jahren durchgeführten Workshops vor (u.a. „Erneuerbare Energien“ und „Meinungsträger“)
• Fritz referiert einige Ergebnisse aus den Umfragen mithilfe des KKN-Fragebogens, welcher entweder in Zettelkästen eingeworfen wurde oder als Leitfaden für Interviews auf der Straße diente; zentrale Ergebnisse sind, dass viele den Kiez im positiven Sinne als ihr „Zuhause“ bezeichnen, die sozialen Netzwerke im privaten Bereich werden gelobt, zugleich überwiegen die Wünsche nach „Veränderung“ im Kiez; insbesondere für Kinder solle mehr getan werden

kkn-arbeitstisch_IMG_3709_lowDiskussionsrunde
• Juan eröffnet die Diskussionsrunde; Ziel ist es, Ideen zu entwickeln bzw. verschiedene Optionen zu diskutieren für ein (weiteres) konkretes Projektergebnis bzw. für eine sichtbare Intervention im öffentlichen Raum
• Juan schlägt einen Veranstaltungskalender für den Kiez vor; Kerstin berichtet von einem existierenden Google-Kalender, der diesem Zweck diene, aber nicht mehr aktuell sei; um langfristig zu planen und Überschneidungen zu vermeiden, halte sie ihn aber grundsätzlich für ein geeignetes Werkzeug; Katja erwähnt den auf der Seite des Quartiersmanagements existierenden Veranstaltungskalender, der allerdings nur kurzfristige Termine anzeige
• Juan schlägt außerdem ein „mobiles Museum“ vor, etwa ein fahrbarer Zug von Transparenten; Susann erzählt von der öffentlichkeitswirksamen Nutzung eines Lieferwagens als Klebefläche beim Infomarkt auf dem Nettelbeckplatz; grundsätzlich erfreut sich die Idee großer Beliebtheit, es gebe genug Stoff und Anlässe, ein „mobiles Museum“ zu nutzen, es könne sich zu einer richtigen Institution entwickeln; Katja schlägt vor, das „mobile Museum“ mit dem existierenden „Kiezfahrrad“ zu kombinieren; für Kinder wäre das interessant
• Fritz schlägt vor, eine „fahrbare Jukebox“ inkl. Generator zu bauen, die für Konzerte und Performances im öffentlichen Raum genutzt werden könnte; Stefan würde dies auch zur Wiedergabe von Musik bei Straßenfesten u.ä. begrüßen; Katja fühlt sich an die „Fahrraddisko“ erinnert und schlägt die Gründung einer „Freien Soldiner Republik“ vor (ähnlich wie ein „Kulturschutzgebiet“)
• Katjas Vorschlag einer „Freien Soldiner Republik“ (im Folgenden „FSR“) schlägt Wellen und wird weiter diskutiert; Kerstin will für „Vollbürger“ der „FSR“ Pässe ausstellen lassen; Stefan hält den „anarchistischen“ Ausruf einer „FSR“ hingegen nicht für geeignet, kulturelle Grenzen im Kiez zu überwinden; Fritz fragt, wie politische Repräsentation und Partizipation wirklich zu erreichen seien; Juan könnte sich unter der „FSR“ sogar ein eigenes Projekt vorstellen, das sich gegen Nationalismus und Rassismus wende; Stefan stimmt zu, dass die Diskriminierung der Roma thematisiert werden müsse
• Juan und Fritz danken der Runde für Ideen und Gedankenaustausch

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